Als CVP-Bundesrätin Doris Leuthard vor zwei Jahren eine Senkung der Wasserzinsen von 110 auf 80 Franken/kWbrutto ankündigte, liess CSPO-Roberto Schmidt am 31. Mai 2017 öffentlich verlauten, dass die Wasserzinsen auf dem heutigen Niveau nicht zu halten seien. Er wollte dem Druck der Strombarone voreilig nachgeben. Das Wallis – Kanton und Wassergemeinden – hätten zusammen jährlich 44 Millionen Franken verloren.

Namentlich die Bündner Konzessionsgemeinden machten erheblich Druck für die Verteidigung des Entgelts für die Wasserkraft. Die Walliser Wassergemeinden wurden erst aktiv, als der Bündner Carl Not ihnen im Visper Rathaus die Fakten präsentierte. SPO-Präsident Gilbert Truffer hatte die nötigen Kontakte nach Graubünden hergestellt.

Wie zuvor der Ständerat, hat der Nationalrat diese Woche den erneuten Angriff auf die Wasserzinsen mit 133 zu 53 Stimmen abgelehnt. Der öffentliche Druck für das Beibehalten des Wasserzinses hat sich gelohnt: Alle Walliser Mitglieder des Nationalrats stimmten für einmal richtig und halfen so mit, den Angriff der Strombarone rund um den FDP-Nationalrat Wasserfallen und SVP-Chef Albert Rösti zu kippen. Die strategischen Wasserkraft-Partner von alt-Staatsrat Cina, nämlich Alpiq, Axpo und Co., wollten das Wallis und die Wasserkraftgemeinden abstrafen.

Vorerst ist der Wasserzins auf der heutigen Höhe nur bis zum Jahr 2024 gesichert. Die Walliser Regierung, aber auch die Alpen-OPEC und das gesamte Berggebiet sind gefordert. Gerade in Zeiten des Klimanotstands müssen gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien auf Dauer beibehalten werden.

 
17. Mär 2019