Wirtschaft ohne Arbeitende
SPO Stellungnahme Nr. 4 vom 28. September 2009 zum Strategiepapier der Wirtschaftsregion Oberwallis
Wirtschaft ohne Arbeitende
Die grosse Mehrheit der Erwerbstätigen im Oberwallis sind Lohnabhängige. Sie zahlen vier Fünftel der Kantons- und Gemeindesteuern. Sie bringen dank hoher Leistungsbereitschaft, Schichtarbeit und guten beruflichen Qualifikationen die Unternehmen voran. Kurzum: Die Arbeitnehmenden sind der wichtigste Faktor der Wirtschaft. Und damit auch einer Wirtschaftsförderung, die diesen Namen verdient.
Im so genannten Strategiepapier der Wirtschaftsregion Oberwallis werden sie jedoch schlicht ignoriert. Das Wort „Arbeit" kommt auf acht Seiten nur ein Mal vor (in einer Überschrift!), die Begriffe „Arbeitnehmer", „Arbeitnehmerinnen", „Löhne" und „Gewerkschaften" existieren schon gar nicht.
Stattdessen wird im Strategiepapier das neoliberale Kanisi abgekupfert mit Sätzen wie: „Das Unternehmertum ist zu fördern und die Unternehmungen dürfen in ihren Aktivitäten nicht unnötig eingeschränkt werden."
Am besten hilft man den Unternehmern mit gut ausgebildeten, kompetenten, motivierten und auch entsprechend entlöhnten Arbeitnehmenden. Doch eine zunehmende Zahl von ihnen kehrt dem Oberwallis den Rücken, um in der neuen NEAT-Pendlerdistanz Thun / Bern einen besseren Job anzunehmen.
Deshalb müssten in der Strategie der Oberwalliser Wirtschaftsförderung konkrete Fragen beantwortet werden wie:
- Wo setzen wir in der hochwertigeren industriellen und gewerblichen Produktion künftig die Prioritäten?
- Welche beruflichen Qualifikationen braucht es dazu und wie fördern wir sie im Rahmen von Schule, Berufsbildung und weiterführenden Fachhochschulen?
- Wie gewährleisten wir zeitgemässe Arbeits- und Lohnbedingungen im Rahmen von allgemein gültigen Gesamtarbeitsverträgen?
Die SPO fordert die staatliche Wirtschaftsförderung auf, sich dieser notwendigen Debatte endlich zu stellen.
Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO)
Für Rückfragen: Beat Jost, Co-Präsident SPO, Mobile 079 658 01 69
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